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Geboren wurde ich am 15. November 1970 in Bad Tölz. Zu Hause in Großeglsee bei Dietramszell begann ich im Alter von 11 Jahren mit dem Langlauf, nachdem ich vorher viel Alpinski gefahren bin und Leichtathletik gemacht habe. Seitdem bin ich auch Mitglied im Skiclub Moosham - dem ich bis heute treu blieb.
Meine Eltern Sepp und Uschi haben mich von Anfang an unterstützt, waren Trainer, Taxi, Wachstechniker, Fanclub und Psychologe in einem für mich. Eines Tages wurde ich gefragt, ob ich mal einen Biathlonlehrgang mitmachen möchte - ich habe zugesagt und Blut geleckt. 1986/87 wechselte ich zum Biathlon und habe es niemals bereut.
Bereits 1988/89 gewann ich den Europacup und durfte 1989 im Weltcup in Ruhpolding starten. Bei den Deutschen Meisterschaften 1989 schaffte ich im Sprint einen 2. Platz und gewann 1990 den Alpencup - mein Highlight dieses Jahres war allerdings der Gewinn der Goldmedaille im Team bei der Juniorenweltmeisterschaft im finnischen Sodankylä.
Von da an ging es aber erst so richtig los. Ich kam in die Nationalmannschaft und zur Bundespolizei (ehemals Bundesgrenzschutz), konnte seitdem professionell unter Uwe Müssiggang und Harald Böse trainieren. Gleich im ersten Winter gelang mir mein erster Weltcupsieg in Les Saisies (FRA) im Sprint, Weltmeisterschaftsbronze in Lahti mit der DSV Staffel und mein erster Deutscher Meistertitel am Arber über die 15 km Distanz (den Einzellauf mochte ich immer gern).
So schnell sich der Erfolg einstellte, der Knieschwammerl beim Schießen, die Angst vor dem Fehlschuss, begleitete mich meine gesamte Karriere. Bundestrainer Uwe Müssiggang sah das ganz sachlich: “Im Schießen zeigt sie Konzentrationsfehler. Das hängt mit ihrer agilen und quirligen Art zusammen.“
Im Olympiajahr 1991/92 gewann ich meinen 2. Weltcup im 15 km Einzel. Bei den anschließenden Winterspielen in Albertville zeigte ich im Schießen bei der Staffel Nerven. Mit 4 Fehlschüssen war ich sehr unzufrieden, aber am Ende reichte es für die Silbermedaille. Bei der Team WM in Novosibirsk gelang uns dann der große Coup -die erste WM-Goldmedaille.
Völlig aus der Loipe war ich 1993. Ein vierter Platz in der Staffel war das beste Resultat. Ich war kurz davor aufzuhören. Doch ich warf die Flinte nicht ins Korn und schon bei den Olympischen Winterspielen 1994 in Lillehammer konnte ich meine Fans versöhnen. Gleich zum Auftakt gewann ich Bronze über 15 km. Ich war total aus dem Häuschen über diesen tollen Erfolg und konnte es kaum glauben. Mit der Staffel sicherten wir uns auch noch die Silbermedaille.
1995 war mein Jahr. Im Sommer standen der Abschlusslehrgang plus Prüfung bei der Bundespolizei an. Durch gutes Zeitmanagement gelang mir eine super Prüfung und eine ordentliche Vorbereitung auf die neue Saison. Mit einer Goldmedaille und drei Silbermedaillen kam ich von der Weltmeisterschaft im Südtiroler Antholz zurück. Das war einfach ein tolles Gefühl.
Bei den Olympischen Winterspielen in Nagano 1998 wollte ich endlich eine Olympiagoldmedaille holen. Es musste aber alles zusammenpassen. Beim 7,5 km Sprint war ich ganz knapp dran. Mit 7 Zehntel Rückstand holte ich die Silbermedaille. Im Einzellauf kostete mich der 20. Schuss die Goldene - aber ich wurde mit Bronze belohnt. Doch in der Staffel klappte es dann endlich mit dem ersehnten Olympiasieg. Ein Traum wurde wahr.
Auch die folgenden Jahre brachten mir immer wieder schöne Erfolge, an die ich mich gerne erinnere. Beim Weltcup Auftakt 1999 in Hochfilzen gelang mir der 15. Weltcupsieg und damit eine neue Bestmarke bei den Frauen. Bei der Weltmeisterschaft in Kontiolahti konnten wir unsere Dominanz in der Staffel durch eine Goldmedaille bestätigen. Auch außerhalb der Loipe geschah einiges für mich. Meine Biathlonkollegen wählten mich gemeinsam mit Magdalena Forsberg zur Athletensprecherin im Weltverband der IBU. Und im Berliner Reichstag war ich stimmberechtigt als der deutsche Bundespräsident gewählt wurde.
Bei der Weltmeisterschaft in Bled/Pokljuka stand ich zwei Mal auf dem Silberpodest. Im Jahr darauf durfte ich zu meinen vierten Olympischen Spielen nach Salt Lake City fahren und wurde mit der Silbermedaille im Sprint und mit der Goldmedaille in der Staffel belohnt. Es war schön, nach Nagano wieder mit meinen Staffelkolleginnen ganz oben auf dem Treppchen zu stehen. Das war meine 8. Olympiamedaille und ich wurde mit 2x Gold, 4x Silber und 2x Bronze erfolgreichste Biathletin in der Olympischen Geschichte.
Im Jahr 2004 wollte ich bei der Heim-WM in Oberhof beweisen, dass ich noch nicht zum alten Eisen zählte, doch leider machte mir eine Virusgrippe einen dicken Strich durch die Rechnung. Beim abschließenden Massenstart war ich zwar gesund, nur zu allem Pech stürzte ich in der ersten Runde und musste auch die letzte Medaillenchance begraben.
Genau 10 Jahre nach meinen ersten großen Erfolgen, also 2005, war wieder ein tolles Jahr für mich. Bei der Weltmeisterschaft im österreichischen Hochfilzen wurde ein langersehnter Traum wahr. Innerhalb von 24 Stunden wurde ich zwei Mal Weltmeisterin, im Sprint und in der Verfolgung. Und zum Abschluss gewannen wir noch Silber in der Staffel.
Die Saison 2006 sollte meine letzte sein. Ich hatte mir für meine 5. Olympischen Spiele viel vorgenommen, doch eine falsche Startgruppe und das Wetter machten mir einen Strich durch die Rechnung. Beim letzten olympischen Rennen in Turin – dem Massenstart- konnte ich mir mit einem harten Schlussspurt noch die Bronzemedaille sichern. Meine 9. Olympische Medaille.
Im Weltcup gelang mir noch der 30. Sieg. Beim Weltcupfinale in Oslo habe ich dann meinen Rücktritt bekannt gegeben und schaue zurück auf eine wunderschöne Karriere sowie eine tolle Zeit mit Höhen und Tiefen.
Herzlichst, Uschi Disl
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